Ein Todesfall im Unternehmen?

Für Organisationen | 0 Kommentare

4 Regeln, die Personalverantwortliche beachten sollten, damit Mitarbeitende ihre Trauer bewältigen können

Tod und Sterben berühren uns immer. Ob ein Kollege oder Vorgesetzter stirbt oder ein lieber Mensch aus unserem privaten Umfeld, das lässt niemanden kalt. Die Reaktionen im Arbeitskontext gehen von leicht betroffener Kenntnisnahme bis hin zu Schock und tiefer Traurigkeit.  Je nachdem, wie eng die Zusammenarbeit war.

In solchen Momenten rückt der Alltag in den Hintergrund. Alles andere scheint angesichts dieser Endlichkeit für eine kurze Weile bedeutungslos zu sein. In diesen Momenten wird uns bewusst: „So schnell kann es zu Ende gehen. Irgendwann sind wir auch dran.“

Verstorbene Beschäftigte zu würdigen ist Teil der Unternehmenskultur

Ist Wertschätzung in Ihrem Unternehmen nur ein Lippenbekenntnis oder gelebte Kultur? Im Umgang mit Trauer wird das sehr deutlich. Welche Signale sendet die Personalabteilung aus und wie reagieren die Vorgesetzten? Wird die Nachricht als nackte Mitteilung vermittelt oder stattdessen zum Anlass genommen, den Verstorbenen zu würdigen und persönliche Worte zu finden?

Aufrichtige Würdigung erzeugt ein Gemeinschaftsgefühl von „Wir trauern gemeinsam um …“. Das schafft soziale Wärme und hilft allen Beteiligten, diesen Verlust gut zu bewältigen.

Wenn das ausbleibt, kann das fatale Folgen haben. Das Unternehmen sendet dann (unbewusst) das Signal an seine Beschäftigten aus: Du kannst Dich hier krummlegen, am Ende kräht kein Hahn nach Dir. Wir werden es Dir nicht danken.

Anstelle der Trauerverarbeitung stellen sich dann Enttäuschung und Frust auf den Arbeitgeber ein. Emotionen, die jedes Mal aktiviert werden, wenn dem man den Verstorbenen an seinem gewohnten Platz vermisst.

Zu würdiger Anteilnahme gehört mehr als eine Traueranzeige

Als Führungskraft und ganz besonders als Personaler/in sollten Sie vorbereitet sein. Es passiert laufend irgendwo in Unternehmen und Öffentlichen Verwaltungen, dass ein Teammitglied stirbt. Ob nach längerer Krankenzeit oder ganz plötzlich, etwa nach einem Unfall. 

Sie müssen deshalb keine Fortbildung für professionelle Trauerbegleiter buchen. Es reicht, wenn Sie die folgenden vier Regeln beherzigen, damit die Trauerbewältigung in Ihrem Team bzw. Ihrem Hause gut gelingt.

Ohne diese Regeln ist es dem Zufall überlassen, wie gut der jeweilige Vorgesetzte mit der Todesnachricht in seinem Team umgeht. Das reicht in der Praxis von hilflos bis absolut vorbildlich.

Regel 1 – Zeigen Sie Anteilnahme   

Anteilnehmende, persönliche Wort helfen Ihrem Team. Es tut gut, einfühlsame Worte zu hören, die in diesen traurigen Moment passen. Das sind vor allem persönliche Worte, wie z. B. die eigene Betroffenheit und wie einem selber dabei zumute war, als man die Todesnachricht des Kollegen bekam. Im Idealfall übernimmt das ein „offizieller“ Vertreter des Hauses, der den Mitarbeiter kannte und deshalb auch persönlich darauf eingehen kann.

Regel 2 – Erlauben Sie den vorübergehenden Ausnahmezustand

Wenn Sie Ihr Team über den Tod eines Kollegen informieren, dann geben Sie Zeit! In jedem wird diese Nachricht etwas anderes auslösen und anders intensiv treffen. Sie können davon aber in jedem Fall davon ausgehen, dass die Todesnachricht in großen Buchstaben über allen ToDos des Tages stehen wird, die geplant waren.

Ihr Team wird nicht so weitermachen, als wäre nichts geschehen. Aus zahlreichen Gesprächen mit trauernden Mitarbeitenden weiß ich, dass viele das auch als ehrlos und untreu dem Verstorbenen gegenüber empfinden würden. Das geschieht immer dann, wenn dem verstorbenen Kollegen noch nicht genügend Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde. Deshalb Tipp 3:

Regel 3 – Freiraum für gemeinsames Andenken  

Teams wünschen sich häufig eine Art gemeinsames Andenken an ihren verstorbenen Kollegen. Schenken Sie dem Team deshalb eine kurze Auszeit ohne Störungen und einen Ort um sich zu versammeln und auszutauschen.

Meine Erfahrung ist, dass Teams diese Zeit sehr gut nutzen. Es wird gemeinsam geweint und gelacht, wenn Geschichten erzählt werden und wenn Fragen aufkommen, wie z. B. Wer kann herausfinden wann die Trauerfeier stattfinden? Wer will hinfahren? Was geschieht mit den persönlichen Dingen am Arbeitsplatz? Können wir ein Bild auf dem Schreibtisch aufstellen?

Im ersten Moment mag das vielleicht nach Luxus klingen, den Sie sich nicht leisten können. Die Wahrheit ist aber, wenn die Trauer und der Austausch einen Platz haben, dann ist der Kopf wieder freier. Das Team steht zusammen und wird leichter in den neuen Arbeitsalltag zurückkehr, der ohne den Kollegen stattfindet.  

Regel 4 – Akzeptieren, dass jeder auf seine Weise trauert

Trauerbewältigung ist individuell. Dem Einen hilft es, sich auszutauschen. Dem Anderen ist es lieber, das mit sich selbst auszumachen und nicht laufend erinnert zu werden.

Diese unterschiedlichen Weisen der Trauerbewältigung gilt es im Team gegenseitig zu respektieren.

Über ein gemeinsames Treffen zum Gedenken des Kollegen hinaus gehende Gespräche oder Treffen, sollten deshalb immer unter der Überschrift „freiwillig“ stattfinden.

Sonderfall Trauer nach Suizid von Kollegen

Selbsttötung löst häufig eine Schockreaktion aus. Besonders die engsten Mitarbeitenden können über Wochen in diesem Ausnahmezustand festhängen, aus dem sie alleine schwer heraus finden.

Um diese Starre zu lösen und den Weg zum gesunden Trauerprozess einzuschlagen, empfehle ich Unternehmen, betroffenen Teams eine professionelle Unterstützung anzubieten.  

Wenn Sie Fragen zum Thema Trauerbewältigung am Arbeitsplatz haben, nehmen Sie gerne Kontakt auf per E-Mail: oder buchen Sie eine kostenlose Kurzberatung.

Ihre

Karin Vittinghoff

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