Wie Sie als Führungs­kraft belas­tete Mitar­bei­tende anspre­chen — ohne etwas zu verschlim­mern oder zur „Mutter Teresa“ zu werden

Für Organisationen, Stress-Symptome reduzieren | 0 Kommentare

Sie wollen als Führungs­kraft Mitar­bei­tenden anspre­chen, um die Sie sich Sorgen machen? Sorgen machen, weil etwa die Leis­tung seit einigen Wochen sehr schwankt, sich deut­lich verschlech­tert hat oder weil Sie das Verhalten als unge­wohnt gereizt bis aggressiv erleben.

Leis­tungs- und Stim­mungs­schwan­kungen bei Mitar­bei­tenden anzu­spre­chen, ist ein sensi­bles Thema. In diesem Beitrag erhalten Sie konkrete Tipps dazu, wie Sie gute Voraus­set­zungen für ein gelun­genes Gespräch schaffen.

Ihre Rolle als Führungs­kraft ist weder Retten noch Tadeln

Es ist gut, wenn Sie das Gespräch bislang noch hinaus gezö­gert haben, weil Sie sich über Ihre Rolle viel­leicht noch im Unklaren waren. Rollen­klar­heit ist die wich­tigste Voraus­set­zung dafür, dass das Gespräch einen guten Verlauf nehmen wird:

  • Sie können nichts verschlim­mern, wenn Sie fair bleiben und nichts unter­stellen, wie z. B. Absicht oder private Probleme.
  • Sie kommen in kein „Helfen müssen um jeden Preis“, wenn Sie im Gespräch von Problemen erfahren, sofern Sie sich klar machen, dass Sie Ihre Mitar­beiter nicht retten müssen, sondern deren Eigen­ver­ant­wor­tung respektieren. 
  • Sie dürfen und müssen das Gespräch suchen und damit Ihrer Fürsor­ge­pflicht nachkommen. 

Nehmen Sie sich vor, das Gespräch behutsam und gleich­zeitig entschlossen zu führen.

Behutsam anspre­chen

Behutsam anspre­chen heißt, dass Sie das Gespräch in geschütztem Rahmen und auf Augen­höhe führen:

  1. Betonen Sie, was Sie an Ihrem Mitar­beiter wert­schätzen und bislang positiv wahr­ge­nommen haben. Vermit­teln Sie, dass Sie jetzt besorgt sind, weil das Verhalten sich in manchen Punkten verän­dert hat. Über­legen Sie sich vorher konkrete Beispiele, die Sie nennen können. Etwa:

    „Ihre Arbeit ist in letzter Zeit nicht immer fehler­frei z. B. im Fall x“, „Ich kann mich auf Ihre Pünkt­lich­keit nicht mehr wie bisher verlassen wie im Fall z.“ 

  2. Halten Sie sich zurück und äußern Sie auf keinen Fall Vermu­tungen über mögliche Hinter­gründe, wie z. B. „Sie leiden sicher unter der Tren­nung Ihrer Frau“ oder „Sie haben mögli­cher­weise einen Burnout.“

  3. Fragen Sie statt­dessen nach, was los ist. Danach ist Ihr Mund geschlossen und Ihre Ohren sind weit offen. Sie hören sich an, was Ihr Mitar­beiter Ihnen sagen möchte. Wider­stehen Sie dem Versuch, direkt etwas zu erwi­dern. Das ist umso schwerer, wenn Sie hören, dass Ihr Mitar­beiter so viel Arbeit auf dem Tisch hat, dass er buch­stäb­lich am Absaufen ist. Auch wenn Sie das erst mal nicht nach­voll­ziehen können sollten: Menschen schätzen es, wenn man sie ernst nimmt. Deshalb nehmen Sie das, was Sie hören, bitte ernst. Damit erleich­tern Sie den weiteren Gesprächsverlauf.

Wenn Sie Bescheid wissen, was Ihren Mitar­beiter drückt, dann heißt das nicht, dass Sie nun auto­ma­tisch alles tun müssen, um ihm zu helfen und zu entlasten. Damit würden Sie Ihren Mitar­beiter zum Opfer und sich selbst zum Retter machen. Aus dem glei­chen Grund müssen Sie sich nicht alle Details z. B. eines privaten Problems anhören. Sie sind der/die Chef/in und kein Psycho­the­ra­peut. Sie dürfen durchaus unter­bre­chen und das Gespräch zurück auf Kurs lenken.

Fragen Sie nach, ob Ihr Mitar­beiter sich schon über­legt hat, wie die Über­las­tung gemil­dert werden kann. Auch das hören Sie sich bitte erst mal an. Die Gefahr ist groß, hier reflex­haft etwas abzu­lehnen, wie z. B. der Wunsch, vorüber­ge­hend von einem Projekt entbunden zu werden oder zwei Tage von zu Hause zu arbeiten, um sich um besser um den kranken Partner zu kümmern.

Entschlossen bleiben

Entschlossen heißt, indem Sie Ihre eigene Erwar­tungs­hal­tung klar haben und freund­lich übermitteln.

Über­legen Sie sich vor dem Gespräch, wie Sie sich die posi­tive Zukunft wünschen. Sie wünschen sich viel­leicht, dass Sie sich wieder blind darauf verlassen können, dass Ihr Mitar­beiter Abga­be­ter­mine einhält und dass die Fehler­häu­fig­keit auf Ausnahmen beschränkt bleiben.

Auch wenn Sie den Weg dorthin erst noch finden müssen: Setzen sich das Mini­mal­ziel, mit Ihrem Mitar­beiter darin überein zu kommen, dass Sie beide diese posi­tive Zukunft anstreben. 

  • Prüfen Sie bitte sorg­fältig, wo und wie Sie Ihrem Mitar­beiter entgegen kommen können und bieten Sie das an, was Sie tun können.
  • Im Gegenzug vergessen Sie bitte nicht die Frage, was Ihr Mitar­beiter für dieses gemein­same Ziel tun wird. Leider wird diese zweite Frage häufig vergessen, und das führt zu Nach­teilen auf beiden Seiten: Ihr Mitar­beiter wird damit zum „Bitt­steller“. Und Sie haben das ungute Gefühl, für das „Problem Über­las­tung“ alleine aufzu­kommen, ohne zu wissen, ob und wann die Maßnahme etwas bringen wird. 

Für Entlas­tung sorgen, ist keine Einbahn­straße!

Bleiben Sie am Ball!

Führen Sie weitere Gespräche. Kurz und ziel­ge­richtet dürfen sie sein. Klären Sie, wo Sie stehen und was die Maßnahmen schon gebracht haben. Sie kennen das ja viel­leicht schon aus BEM-Gesprä­chen (BEM = Betrieb­li­ches Eingliederungsmanagement).

Ob Sie gemeinsam das Ziel errei­chen, d. h. Ihr Mitar­beiter eine Entlas­tung erfährt und wieder zuver­lässig arbeitet, hängt von verschie­denen Faktoren ab.

Denken Sie bitte daran, dass Sie als Führungs­kraft nur bedingt eingreifen können. Achten Sie auf die posi­tiven Verän­de­rungen und machen Sie, wenn nötig, weiter deut­lich, dass Sie sich eine Verbes­se­rung der Situa­tion wünschen. Bleiben Sie am Ball.

Holen Sie sich Unterstützung

In einem Blog­ar­tikel lässt sich natür­lich nur ein Über­blick geben, wie Sie solche nicht alltäg­li­chen Gespräche führen können. Wenn Sie Bera­tung für einen konkreten Fall brau­chen oder Unter­stüt­zung suchen, dann melden Sie sich gerne. Wählen Sie einen freien Termin in meinem E‑Kalender und wir bespre­chen gemeinsam, was ich für Sie tun kann.

Heute viel Freude im Job

Ihre Karin Vittinghoff

Buchen Sie Ihre kosten­lose Kurz­be­ra­tung mit mir

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

10 sofort umsetzbaren Minischritte für Ihren leichteren Büroalltag.

-

Lernen Sie, Ihre Arbeit im Griff zu haben (nicht umgekehrt), nach Ärger klug zu handeln, Bürostress zu reduzieren und mehr vom Feierabend zu haben.

Jetzt den Freude-am-Job-Letter abonnieren und sofort mit meinem 10-teiligen E-Mail-Kurs starten: "Wie Sie Ihren Bürojob leichter schaffen". Sachbearbeiter: "Die Minischritte sind schnell zu erfassen und umzusetzen."

Bitte gehen Sie jetzt in Ihr E-Mail-Postfach, um die Anmeldung zu betätigen.

Sofort umsetzbare Tipps für Ihren Job

Sie bekommen ca. zwei Mal im Monat praxisbezogene Infos
und exklusive Inhalte (nur für Abonnenten) für mehr Freude in Ihrem Job.  

Jetzt kostenlos anmelden

Bitte gehen Sie jetzt in Ihr E-Mail-Postfach, um die Anmeldung zu betätigen.